VHS Landesverband in Schwierigkeiten

Der Landesverband der Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen ist aufgrund der Unterschlagung von 1,4 Mio. € in finanziellen Schwierigkeiten. Jetzt soll eine Neuausrichtung erfolgen.

Wie die Vorsitzende des Landesverbandes, die Wittener Bürgermeisterin Sonja Leidemann, jetzt bekannt gab, haben sich die Mitglieder des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW am 11. März 2014 in einer Mitgliederversammlung mit der aktuellen Situation des Verbandes beschäftigt.

Gegenstand der Beratungen war das aktuelle Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rinke
Treuhand, das die Veruntreuung von mehr als 1,4 Mio. € durch die ehemalige Buchhalterin innerhalb
der letzten 10 Jahre und die daraus resultierende aktuelle finanzielle Situation des Verbandes
untersucht.


Gegen die Buchhalterin wurde Strafanzeige erstattet. Ihr und dem Verwaltungsleiter wurde die Kündigung ausgesprochen. Zudem gibt es eine Verständigung mit dem Verbandsdirektor darüber, den Arbeitsvertrag mit sofortiger Wirkung im gegenseitigen Einvernehmen aufzulösen. Der Verbandsdirektor übernimmt damit die verbandspolitische Verantwortung für die Veruntreuung von Geldern durch die frühere Buchhalterin und macht damit den Weg für eine organisatorische, finanzielle und personelle Neuaufstellung des Verbandes frei.


Zur Neuausrichtung gehört nach Überzeugung des Verbandes zuallererst die Konsolidierung der
Verbandsfinanzen. Hierzu sollen die Kommunen und Kreise zu einer rückzahlbaren einmaligen
Zahlung im Vorgriff auf künftige Mitgliedsbeiträge gebeten werden. Diese Bitte soll auf einer im
April 2014 stattfindenden außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen werden.


Neben der finanziellen Konsolidierung des Verbandes geht es auch um eine inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung, zu der vier Arbeitsgruppen gebildet wurden und an der sich viele Mitgliedseinrichtungen beteiligen. Insgesamt werden alle Beteiligten nunmehr all ihre Kraft darauf verwenden, die Zukunftsfähigkeit gemeinsam mit den über 130 Mitgliedsvolkshochschulen zu sichern. Erste Gespräche hierüber finden noch in diesem Monat statt.


Auch die kommunalen Spitzenverbände sagten dem Landesverband ihre Unterstützung bei der
Bewältigung dieser Aufgabe zu und werden ihre Mitgliedseinrichtungen entsprechend informieren.

Die Volkshochschule Ravensberg ist Mitglied des Landesverbandes und wurde bei der Mitgliederversammlung durch ihren Leiter Hartmut Heinze vertreten. "Ob und wenn ja in welchem Umfang durch die Veruntreuung von Geldern auch dem Zweckverband oder den Mitgliedskommunen ein Schaden entstanden ist, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen", so Bürgermeister Klaus Besser in seiner Funktion als Verbandsvorsteher der Volkshochschule Ravensberg. "Wir werden uns im Landesverband aber auch im Zusammenwirken mit den kommunalen Spitzenverbänden über das weitere Verfahren austauschen", so Besser.

Mittel für eine Sonderzahlung an den Landesverband sind weder im im Februar verabschiedeten Haushalt des Zweckverbandes noch in den Haushalten der fünf Mitgliedskommunen veranschlagt. 

 

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